Russen dominieren „Cologne Boxing World Cup“

«Zurück

15.04.2019 18:58 Uhr

Andreas Anderegg, 15.04.2019

Die Premiere ist geglückt: Der erste „Cologne Boxing World Cup“ wurde am Samstag mit 17 Finalkämpfen abgeschlossen. Die Russen waren mit fünf Goldmedaillen die dominierende Nation. Von den Gegnern der fünf Schweizer holten zwei die Goldmedaille, ein weiterer musste sich nach einem überraschenden Urteil mit Silber begnügen.

Die rund 1200 Zuschauer in der vollbesetzten Sporthalle Süd in Köln am Samstag erlebten Boxsport vom Feinsten. Die insgesamt 17 Kämpfe an den beiden Finalveranstaltungen beinhaltetes alles, was das Fechten mit der Faust bieten kann: Tempo, offenen Schlagabtausch, brillante Technik und Dramatik pur. Entsprechend fantastisch war die Stimmung in der Halle.

Die Russen dominierten mit fünf Goldmedaillen das Turnier

Russland mit 20 Aktiven dabei

Das erfolgreichste Team beim ersten „Cologne Boxing World Cup“ war das Team aus Russland, das mit 20 Teilnehmern angereist war und fünf Goldmedaillen gewann. Auf dem zweiten Platz folgen die Teams aus China und Frankreich mit je zwei Mal Gold. Die Kubaner mussten sich mit einer Goldmedaille begnügen. Eine Überraschung gab es im Halbschwergewicht, wo sich der favorisierte Russe Georgi Kushiitashvili dem Deutschen Abu-Lubdeh Abdulrahman nach Punkten geschlagen geben musste. Am Donnerstag hatte der Russe zuvor nach einem intensiven Gefecht den Schweizer Ukë "The Wolf" Smajli nach Punkten besiegt.

Gold für Schweizer Gegner

Daneben holten in Köln auch zwei Boxer die Goldmedaille, die auf dem Weg dorthin auch Vertreter aus der Schweiz aus dem Turnier geworfen hatten: der Kubaner Oslay Iglesias Estrada im Mittelgewicht (Angel "Floyd" Roque) und die Finnin Mira Potkonen  (Sandra Brügger). Die Finnin wurde am Samstag ausserdem als beste Technikerin des Turniers mit einem Sonderpreis ausgezeichnet.

Iglesias Estrada  aus Kuba (r.) manifestiert Boxen vom Feinsten

Es geht weiter

DBV-Präsident Jügen Kyas war nach dem letzten Gong beim „Cologne Boxing World Cup“ – wie er sagte - „einfach nur glücklich. Das war eine Premiere nach Mass und ist zugleich Verpflichtung für uns, hier weiter zu machen.“ Die Neuauflage des Turniers ist für die erste März-Hälfte kommenden Jahres vorgesehen.

Das Turnier in Köln ist aus Sicht des DBV das Nachfolgeturnier des Chemie-Pokals in Halle im Osten Deutschlands, das vom deutschen Verband aufgrund der zunehmend schwindenden finanziellen Unterstützung vor Ort fallen gelassen worden war.

Treffen mit Torsten May

Interessierter Besucher des Turniers in Köln war Torsten May, Olympiasieger 1992 in Barcellona im Halbschwergewicht. May hatte als Profi im Jahr 1997 auch gegen den Schweizer Stefan Angern geboxt und den Kampf nach Punkten in Führung liegend aufgegeben. „Ich hatte damals einen schwachen Tag erwischt“, sagte May dazu rückblickend. Torsten May ist heute beim Sportamt der Stadt Köln tätig.

SwissBoxing-Präsident Andreas Anderegg (l.) posiert mit Ex-Olympiasieger Torsten May für die Kamera