Vierte 44er Fightnight

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03.10.2025 11:13 Uhr
Gregor Stadelmann / JS

Fotos Michel Lavat

Fabian Hartmann, Alessio Saporosi und Gregor Stadelmann organisierten einmal mehr die 44er Fightnight, ein Event, das sich zunehmend etabliert. Die kleine Halle im Swiss Mega Park verwandelte sich erneut in einen Hexenkessel. Zahlreiche Zuschauer füllten die Ränge, darunter auch der ehemalige Swissboxing-Präsident und heutige Ehrenpräsident Andreas Anderegg.

Auf dem Programm standen insgesamt 19 Boxkämpfe sowie 4 K1-Duelle.

70KG Tim Ruf (Noble Art Boxing) vs. Cédric Rentschler (Boxing for Perspective)

Rentschler startete stark in den Kampf und landete früh einen linken Haken zum Kopf von Tim Ruf. Er hielt das Tempo hoch und machte viel Druck. Doch der Baselbieter stellte sich immer besser auf seinen Gegner ein, deckte sich geschickt und setzte präzise Konter. Kurz vor Ende der ersten Runde traf Ruf mit zwei klaren Volltreffern.

Die zweite Runde gehörte ganz dem Baselbieter: starke Defensive, kluge Treffer. Rentschler zeigte jedoch enorme Kondition und gab nie auf. In der dritten Runde marschierte er unermüdlich nach vorne, ein Spektakel für die Zuschauer und pures Drama. Am Ende setzte sich Tim Ruf verdient durch und gewann einstimmig mit 3:0 Richterstimmen.

65KG Mehtap Selmani (BC Sissach) vs. Elisabeth Jost (Noble Art Boxing)

Der Frauenkampf im Hauptprogramm versprach Spannung und hielt Wort. Die grossgewachsene Elisabeth Jost nutzte ihre Reichweite geschickt, bewegte sich viel und hielt ihre Gegnerin auf Distanz. Doch immer dann, wenn Mehtap Selmani den Druck erhöhte, landete sie gefährliche Treffer.

Technikerin gegen Fighterin, das Bild zeichnete sich bald klar ab. Ab der zweiten Runde versuchte Selmani, die Baselbieterin in den offenen Schlagabtausch zu zwingen. In der dritten forderte Trainer Adriano Sansone noch mehr Druck von seiner Boxerin. Doch Jost blieb clever, konterte gekonnt und sicherte sich verdient den Sieg.

70KG Maurizio Focoso (Fight Club 44) vs. Vladimir Szymonik (Boxring Basel)

Ein Duell zweier Kämpfer mit ähnlichem Stil: kräftig gebaut, beide gern in der Halbdistanz. Unterhaltung war garantiert.

Die erste Runde ging an Focoso, der aktiver war und die klareren Treffer landete. Doch Szymonik drehte im zweiten Durchgang auf und glich aus. Die dritte Runde musste entscheiden. Der Szymonik, der in Frankreich mit dem Boxen begann, marschierte kompromisslos nach vorne und bot nonstop Action. Dennoch setzte Focoso die präziseren Treffer. Mit 3:0 Richterstimmen ging der Sieg an den Lokalmatadoren.

80KG Diego Mazzarelli (Golden Dragon) vs. Max Seebohm (Stützpunkt Berlin)

Was für ein Statement von Diego Mazzarelli! Der Basler Techniker zeigte, dass er auch anders kann und sicherte sich seinen ersten vorzeitigen Sieg.

Seebohm, aus Berlin eingeflogen, wirkte kräftig und brandgefährlich. Doch schon nach den ersten Aktionen wurde klar, dass Mazzarelli den Kampf kontrollierte. Immer wieder blockierte er Angriffe und konterte mit harten Körpertreffern, bevor er den Kopf attackierte. Nach einem Anzählen in der zweiten Runde warf die deutsche Ecke das Handtuch, Aufgabe, Sieg Mazzarelli.

60KG Awet Andemariam (Boxeo Gym Basel) vs. Ahmed Altintas (Boxcenter Glattbrugg)

Ein Kampf der Generationen: Der junge Basler gegen den erfahrenen Altintas, der nach zwei Jahren Pause in den Ring zurückkehrte. Man merkte es sofort, dass Distanzgefühl fehlten und die Kombinationen des Zürchers waren nicht flüssig. Mit jeder Minute schien das Selbstvertrauen von Andemariam zu wachsen.

In der dritten Runde wirkte Altintas zunehmend ratlos und versuchte mit der Brechstange den Kampf zu drehen. Auch seine Ecke verlor die Nerven und musste vom Supervisor beruhigt werden. Überraschend entschieden die Punktrichter mit 3:0 für Altintas, ein Urteil, das das Publikum überraschte.

70KG Mika Reichen (Boxring Basel) vs. Oliver Randi Botikali (Stützpunkt Heidelberg)

Der letzte Boxkampf des Abends war sicher kein technisches Feuerwerk. Botikali boxte solide, aber ohne Schlagskraft. Sein Gegner, Rechtsausleger Mika Reichen, präsentierte sich dagegen physisch auf Top-Niveau.

Ab der zweiten Runde erhöhte Reichen massiv den Druck und sprang immer wieder in seinen Gegner hinein. Botikali wurde regelrecht durch den Ring getrieben, konnte aber immer wieder Treffer landen. Am Ende entschieden die Punktrichter knapp mit 2:1 für Reichen.

 

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