Wenn Ramadan Hiseni am kommenden Donnerstag in Kanada in den Ring steigt, geht es um einen bedeutenden Titel eines führenden Weltboxverbandes. Es ist die bislang grösste Herausforderung in der Karriere des Schweizers, der bereits zum dritten Mal in Kanada kämpfen wird. Gegen hochkarätige Gegner erreichte er dort ein Unentschieden (2024) und feierte einen Sieg (2025). Nun bietet sich DIE Chance, sich auf internationaler Bühne eindrucksvoll zu positionieren.
Der Schweiz-Kosovare, seit 2015 Profiboxer, trifft auf den erfahrenen Kanadier Steven Butler, die Nummer 21 von 1'956 im Supermittelgewicht bei BoxRec gelisteten Boxern (Hiseni wird auf Rang 72 geführt). Butler ist in der internationalen Szene längst kein Unbekannter mehr. In seiner Karriere bestritt er bislang 43 Kämpfe, von denen er 37 gewann und einen unentschieden gestaltete. Mit 31 K.-o.-Siegen liegt seine vorzeitige Siegquote bei beeindruckenden 83,7 Prozent. Diese Zahlen unterstreichen die grosse Erfahrung und das hohe Niveau des Kanadiers.
Für den selbstbewussten Ramadan Hiseni, der sich akribisch auf diesen Fight vorbereitet hat, ist Butler der richtige Gegner zur richtigen Zeit: «Ich fühle mich grossartig. Die Vorbereitung ist sehr gut verlaufen. Gestern hatten wir das erste öffentliche Training und das Face-off.»
Die Spannung ist greifbar. Beim öffentlichen Training und dem ersten direkten Aufeinandertreffen wurde deutlich: Hier stehen sich zwei ambitionierte Kämpfer gegenüber, die genau wissen, was auf dem Spiel steht.
Herausforderung auf höchstem Niveau
Hiseni macht keinen Hehl daraus, dass er genau solche Prüfungen sucht: «Mein Gegner, Steven Butler, ist kein Unbekannter. Er ist ein solider, erfahrener Kämpfer. Sein Rekord spricht für sich. Genau auf solche Herausforderungen freue ich mich. Ich will mich mit den Besten messen und auf höchstem Niveau antreten.»
Diese Worte zeigen: Der Respekt vor dem Gegner ist da, ebenso aber auch das Selbstvertrauen. Hiseni reist nicht nach Kanada, um nur mitzuhalten. Er will ein Zeichen setzen.
Titelchance als Belohnung
Auf dem Spiel steht der Continental-Titel Amerika der World Boxing Association (WBA). Die WBA ist unter den vier grossen Weltverbänden (WBA, WBC, IBF und WBO) der älteste und gilt – zusammen mit dem WBC – als einer der renommiertesten. Dem Sieger winkt damit ein bedeutender internationaler Gürtel und die Chance, sich im Spitzenfeld zu etablieren.
Doch Hiseni bleibt geerdet: «Alles, was darüber hinauskommt – wie zum Beispiel ein Titel – sehe ich als Geschenk und als Belohnung für harte Arbeit.»
Und dennoch ist klar: Dieser Titel ist mehr als nur ein Geschenk. Er ist die Eintrittskarte in eine neue sportliche Dimension. «Ich kann es kaum erwarten, der Welt zu zeigen, dass das meine Bühne ist.»
Die Bühne ist bereitet
Kanada wird zur grossen Bühne für einen Schweizer Boxer, der bereit ist, den nächsten Schritt zu machen. Vorbereitung, Form und Fokus – alles scheint zu stimmen. Nun zählt nur noch der Moment, in dem der Ringrichter den Kampf freigibt.
Für Ramadan Hiseni ist es die bislang wichtigste Nacht seiner Karriere. Die gesamte Box-Community in der Schweiz und im Kosovo wünscht dem in jeder Hinsicht beispielhaften Sportsmann viel Erfolg.


