Spannende und emotionale Kämpfe beim Gym Meeting des BC Sportring Zürich

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18.05.2026 21:29 Uhr
Alexandre Cottier / JS

Es ist 12:00 Uhr und in den Räumlichkeiten des Boxclub Sportring Zürichs liegt der Geruch von Tiger Balsam in der Luft. Athletinnen und Athleten sowie ihre Trainerteams haben sich aus dem Tessin, der Romandie und der Deutschschweiz hier versammelt, um ihre Fähigkeiten und ihren sportlichen Willen auf die Probe zu stellen. Anhand der Ruhe, mit welcher sich die Teams einrichten und aufwärmen, merkt man: Sie sind auf ihr Ziel fokussiert und dem Publikum werden heute sicherlich 14 spannende Kämpfe beschert.

Der erste auffallende Kampf war jener zwischen Nevena Miljic (BC March) und Ayya Khelfi (Boxygène Sport Club). In der ersten Runde überzeugten beide Boxerinnen durch ihren sicheren Stand, wobei Ayya Khelfi aus der blauen Ecke früher und geschmeidiger in den Kampf fand. Dies erlaubte ihr, die proaktivere Kämpferin zu sein und somit das Geschehen im Ring zu diktieren. Nevena Miljic zeigte keine Angst und konnte die stetigen Näherungsversuche der Gegnerin regelmässig mit schönen Konterschlägen eindämmen. Leider liess sich Ayya Khelfi davon nicht beeindrucken und wurde letztendlich für ihre stoische Haltung und ihre durchgehend stabile Leistung mit dem Sieg belohnt.

Ein Kampf mit einem Boxer des Gastgebervereins war jener zwischen Johann Schröder (Boxclub Sportring Zürich) und Leart Kasa (Box'it Lausanne). Sie zählten zu den leichtesten anwesenden Athleten und stellten dies auch nach dem ersten Läuten der Glocke unter Beweis. Anfänglich versuchte Leart Kasa, ein Duell der Jabs zu etablieren, was aufgrund seiner Körpergrösse und Armlänge taktisch klug war. Schröder liess sich kurzzeitig darauf ein, beobachtete aber seinen Gegner genau. Bei der ersten Gelegenheit konnte er mit ein paar nacheinander folgenden Schlägen die Distanz überwinden und seinen Gegner aus der blauen Ecke überrumpeln, was den Ringrichter Benjamin Nagel zum Anzählen veranlasste. Die Stimmung im Raum war angespannt, die Anhänger des Sportring Boxclub Zürich drückten ihre Zuversicht mit Jubelrufen und Klatschen aus. Leart Kasa konnte sich jedoch wieder sammeln, bewegte sich im Ring, behielt Schröder mehrheitlich auf Distanz und konnte hin und wieder mit seiner Schlaghand Erfolge erzielen. In der zweiten Runde entschieden sich beide Boxer dazu, sich einander gegenüber zu behaupten. Dies führte dazu, dass sie beide harte Treffer landeten und die Deckung teils in Vergessenheit geriet. Johann Schröder schien weiterhin den Kampf zu kontrollieren und ging gleichmütig mit den Treffern des Gegners aus Lausanne um, bis der Ringrichter in der zweiten Minute der zweiten Runde abbrach, was der heimische Boxer mit einem Freudensprung quittierte.

Auch der Kampf zwischen Emre Ferati (America Boxing Gym) und Yeneho Bah (FMA Boxing Neuchâtel) war besonders aufregend. Die beiden Boxer lieferten einen Kampf auf hohem Niveau. Zeitweise folgte Ferati den Rückwärtsbewegungen Bahs im Ring, was Bah aber mit schnellen Schlägen beantwortete. Beide Kämpfer fielen durch ihre unablässige Konzentration und Geduld auf, weshalb dieses Aufeinandertreffen auch taktisch interessant zu beobachten war. Insgesamt variierte Yeneho Bah seine Bewegung im Ring und mit dem Oberkörper stärker, was ihm entscheidende Vorteile im Kampf bescherte und dazu führte, dass er den Ring als Sieger verlassen konnte.

Aurel Probst (Boxclub Sportring Zürich) und Emir Serter (Boxclub March) waren die schwersten Kämpfer vor Ort. Umso sorgenvoller blickte das Publikum auf Probst, als Serter zu Beginn des Kampfes kräftige Seitwärtshaken und Treffer mit der Schlaghand landete. Probst behielt jedoch vorsorglich die rechte Hand am Kinn und versuchte, seine Leichtfüssigkeit beizubehalten. Doch der standhafte Gegner konnte durch genaues Timing seine schweren Hände regelmässig zum Ziel führen. Die Spannung stieg stetig, so wie auch die Lautstärke der geschrienen Anweisungen der Trainer. Nach der ersten Runde sah es für die rote Ecke, den Boxclub Sportring Zürich schlecht aus. Kurz nach Beginn der zweiten Runde folgte die Fortsetzung: Bereits nach 10 Sekunden landete Serter einen dermassen sauberen Schlag, dass der Ringrichter, ohne zu zögern mit dem Anzählen begann. Probst konnte das Anzählen problemlos überstehen und nahm dies als eine erneute Einladung zum Kämpfen an. Er trat fortan aggressiver auf und nutzte die sich einschleichende Müdigkeit von Serter aus. Nun wendete sich das Blatt: Während Probst sich leichtfüssig im Ring bewegte, blieb Emir Serter öfters stehen und erlaubte seinem Kontrahenten, aus den gelandeten Treffern frische Motivation zu schöpfen. Begleitet von den Emotionen des Publikums, trieb Probst seinen Gegner immer wieder in die Seile. Schliesslich konnte Serter seine Müdigkeit und Probsts Angriffe nicht bezwingen, weshalb der Ringrichter mit dem Anzählen beginnen wollte. Doch zeitgleich flog ein Tuch in den Ring, worauf ein grosser Jubel für Aurel Probst ausbrach.

Wir danken allen Anwesenden für diesen tollen Event und freuen uns auf das nächste Mal!

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