Die «Crème de la crème» der Romandie begeistert in Lausanne
25.05.2026 09:15 Uhr
Fred Mast / JS
Fotos: : Martine Tettoni - martine.tettoni@bluewin.ch
Schönstes Sommerwetter, Kurzurlaub über das Pfingstwochenende oder Fussball-Cupfinal. Alles nur Nebensache. Für Boxsportbegeisterte stand am Pfingstwochenende nur ein Anlass im Mittelpunkt: die Meisterschaft der Romandie in Lausanne. Im Salle Omnisports wurde an zwei Tagen hochklassiger Boxsport geboten. Entsprechend sprach Amir Orfia, Präsident von SwissBoxing, bei der Eröffnung treffend von der «Crème de la crème» der Romandie.
Organisiert wurde die Veranstaltung von Fouad Ben Saoud und seinem Team des Club Lausannois de Boxe, die für ausgezeichnete Rahmenbedingungen sorgten und damit einen würdigen Rahmen für die Titelkämpfe schufen.
In den Finalkämpfen der Männer U19 setzte sich der erfahrene Keagan Saint-Bernard (OBC Genève) in der Kategorie bis 60 kg gegen Dion Berisha (LMS Boxing Payerne) durch. Mit seiner Reichweite und taktischen Reife kontrollierte er den Kampf und gewann verdient nach Punkten. Bis 65 kg überzeugte Julian Divkovic (Fight Right Biel) mit hoher Schnelligkeit und präzisem Timing gegen David Feubli (Punch BC Martigny). Auch er sicherte sich einen klaren Punktsieg. In der Kategorie bis 75 kg gewann Leonis Pacarizi (Vernier BA) gegen Gianni Viola (BC Genevois). Nach intensivem Kampf setzte sich Pacarizi deutlich durch.
Bei den Frauen (Elite, bis 54 kg) zeigte Anais Pfaff (FMA Boxing Neuchâtel) eine starke und kontrollierte Leistung gegen Adeline Paternostre (BC Colombier). Der Kampf war nie ernsthaft gefährdet, und Pfaff sicherte sich souverän den Titel der Romandie. Nachdem sie an der Schweizer Meisterschaft 2025 bereits bis ins Finale vorgedrungen war, bestätigte sie in Lausanne eindrucksvoll ihre Klasse.
Bei den Männern bis 60 kg überzeugte Massimo Tolomeo (Club Lausannois de Boxe) mit einem klaren Punktsieg gegen Chris Würisch (BA Lausanne). Tolomeos Stil scheint vom kubanischen Boxen inspiriert: flinke Ausweichbewegungen bei tiefer Deckung, hohe Beweglichkeit und schnelle Kombinationen prägten seinen Auftritt. Zwar zeigte auch Würisch technisch ansprechendes Boxen, fand jedoch nur selten Mittel gegen die variantenreiche Offensive seines Gegners. Einen weiteren hochklassigen Kampf lieferten sich Marouane Escala (BC Biel) und Armand Nakach (Boxygène Genève). Escala überzeugte mit variabler Führhand, schnellen Schlagserien und grosser Beweglichkeit. Nakach mobilisierte insbesondere in der dritten Runde nochmals alle Kräfte, doch Escala blieb der verdiente Sieger. In der Kategorie bis 70 kg dominierte Qendrim Krasniqi (Club Lausannois de Boxe) seinen Gegner Reyth Ziazi (BC Genevois) deutlich. Der Kampf wurde in der dritten Runde vom Ringrichter abgebrochen, womit ein weiterer Titel an den Gastgeberclub ging. In der Gewichtsklasse bis 75 kg sicherte sich Donald Adjekum (CP Carouge) den Titel gegen Jules Perritaz (BC Fribourg). Während Perritaz die erste Runde mit guter Defensivarbeit und präzisen Kontern für sich entscheiden konnte, steigerte sich Adjekum im weiteren Verlauf deutlich und drehte den Kampf zu seinen Gunsten.
Insgesamt wurde in Lausanne hervorragender Boxsport geboten. Besonders berührend war die Gedenkminute für Ben Johnson, einen jungen Boxer aus Lausanne, der bei der Tragödie von Crans-Montana ums Leben kam. Die Veranstaltung setzte damit ein würdiges Zeichen des Erinnerns und des Zusammenhalts innerhalb der Boxgemeinschaft. Bemerkenswert war zudem die Fairness während des gesamten Finaltags: Es musste keine einzige Verwarnung ausgesprochen werden – neben dem hohen sportlichen Niveau ein starkes Zeichen für Respekt und Fairplay. Ganz im Sinne der «Crème de la crème».














