Wie bereits im vergangenen Jahr nahm das Swiss Boxing Team am Eindhoven Cup in den Niederlanden teil. Neu konnten sich in diesem Jahr ausschliesslich Nationalmannschaften für das Turnier anmelden, was zu einem nochmals höheren sportlichen Niveau führte.
Angela De Felice vs. Nikola Krysztoforska (POL)
Angela De Felice fand hervorragend in den Kampf und zeigte eine starke erste Runde. Mit klaren und präzisen TreƯern setzte sie ihre Gegnerin früh unter Druck. Ab der zweiten Runde stellte die Polin ihre Taktik um und konnte sich besser auf den Kampfstil der Schweizerin einstellen. Es entwickelte sich ein ausgeglichener Kampf auf hohem Niveau. Ab Runde zwei hatte die Polin leichte Vorteile, weshalb Angela den Kampf am Ende knapp durch Split Decision verlor.
Timm Kellenberger vs. Arsen Chabyan (AUT)
Timm zeigte eine sehr starke erste Runde und bestimmte das Geschehen mit hohem Tempo. Er landete deutlich mehr TreƯer als sein österreichischer Gegner. Umso unverständlicher war aus Schweizer Sicht die Wertung der ersten Runde, die von allen fünf Punktrichtern an den Österreicher ging.
In der zweiten Runde traf Timm seinen Gegner erneut mehrfach klar und hielt den Kampf oƯen. In der dritten Runde agierte Chabyan deutlich zurückhaltender, oƯenbar im Bewusstsein, die ersten beiden Runden bereits für sich entschieden zu haben. Timm setzte nochmals zu einem starken Schlussspurt an, musste sich am Ende jedoch nach Punkten geschlagen geben.
Miette Bagutti vs. Angelika Krysztoforska (POL)
Miette Bagutti hatte beim Eindhoven Cup 2025 mit dem Gewinn der Bronzemedaille überzeugt und gehörte auch in diesem Jahr zu den Schweizer HoƯnungsträgerinnen.
Im ersten Kampf des Turniers fand sie jedoch nicht richtig in ihren Rhythmus. Das Hauptproblem war die fehlende Distanzkontrolle. Oft stand sie zu weit von ihrer Gegnerin entfernt und konnte dadurch den gewohnten Druck nicht aufbauen, mit dem sie ihre Gegnerinnen normalerweise in Bedrängnis bringt. Trotz grossem Einsatz gelang es ihr nicht, ihren Kampfstil durchzusetzen. Auch hier musste sich die Schweiz nach einem engen Kampf durch Split Decision geschlagen geben.
Anna Jenni vs. Aaliyah Hoppema (NED)
Anna Jenni startete gut in den Kampf, verlor die erste Runde jedoch mit 4:1 Richterstimmen. In der zweiten Runde steigerte sie sich deutlich und konnte wesentlich mehr TreƯer landen als noch zu Beginn des Kampfes. Überraschenderweise wurde auch diese Runde mit 3:2 an die Niederländerin gewertet.
In der dritten Runde mobilisierte Anna nochmals alle Kräfte und zeigte ihre stärkste Runde des Kampfes. Während ihre Gegnerin bereits in der zweiten Runde etwas nachliess und in der dritten Runde weiter abbauen musste, blieb Anna aktiv und setzte immer wieder klare Akzente. Dennoch sahen nur drei der fünf Punktrichter die Schweizerin vorne, wodurch Anna den Kampf knapp mit 3:2 Richterstimmen verlor.
Fazit
Die Schweizer Boxerinnen und Boxer hielten gut mit auf hohem internationalem Niveau. Drei der vier Kämpfe endeten mit einer Split Decision und hätten ebenso gut zugunsten des Swiss Boxing Teams ausfallen können.
Für die Zukunft wird es entscheidend sein, das hohe Tempo und den Druck über alle drei Runden konstant aufrechtzuerhalten und klare Treffer zu setzen. So können enge Kämpfe künftig häufiger auf die Seite der Schweiz gezogen werden.



