Heute vor zehn Jahren, am 3. Juni 2016, verlor die Sportwelt eine ihrer grössten Persönlichkeiten: Muhammad Ali. Für viele Experten war und bleibt er der beste Boxer aller Zeiten. Doch Ali war weit mehr als ein herausragender Athlet. Er war eine Ikone, ein Vorbild, ein Querdenker und eine Persönlichkeit, die weit über die Grenzen des Sports hinaus Geschichte schrieb.
Begonnen hatte alles mit einem gestohlenen Fahrrad. Der damals zwölfjährige Cassius Clay meldete den Diebstahl dem Polizisten und Boxtrainer Joe Martin in Louisville, Kentucky. Als der junge Clay erklärte, er wolle die Diebe verprügeln, soll Martin geantwortet haben: „Lerne zuerst boxen, bevor du dich mit ihnen anlegst.“ Dieser Rat veränderte nicht nur das Leben eines Jungen, sondern die Geschichte des Boxsports.
1960 gewann Cassius Clay bei den Olympischen Spielen in Rom die Goldmedaille im Halbschwergewicht. Wenig später wurde er Profiboxer und sorgte mit seinem aussergewöhnlichen Talent, seiner Schnelligkeit und seinem Charisma für Aufsehen. 1964 krönte er sich mit dem Sieg gegen Charles "Sonny" Liston erstmals zum Schwergewichts-Weltmeister.
Als Muhammad Ali schrieb er anschliessend Geschichte – nicht nur im Ring. Wegen seiner Weigerung, Militärdienst im Vietnamkrieg zu leisten, wurde ihm die Boxlizenz entzogen. Drei Jahre lang durfte er nicht kämpfen und verlor die besten Jahre seiner Karriere. Trotzdem blieb er seinen Überzeugungen treu und wurde damit zu einer Symbolfigur für Mut und Zivilcourage.
Nach seiner Rückkehr folgte am 8. März 1971 der sogenannte „Fight of the Century“ gegen Joe Frazier. Ali verlor nach Punkten, doch die Rivalität der beiden Schwergewichte prägte eine ganze Generation. Einer der grössten Momente seiner Karriere gelang ihm 1974 in Kinshasa, als er den als nahezu unbesiegbar geltenden George Foreman im legendären „Rumble in the Jungle“ durch KO in der achten Runde besiegte.
Nur ein Jahr später lieferten sich Ali und Joe Frazier in Manila einen Kampf, der als einer der härtesten und dramatischsten Schwergewichtskämpfe der Geschichte gilt. Der „Thrilla in Manila“ zeigte den unbändigen Willen zweier Ausnahmeathleten und ging als eines der grössten Kapitel des Boxsports in die Geschichtsbücher ein.
Zu diesem Zeitpunkt hatte Muhammad Ali den Höhepunkt seiner athletischen Leistungsfähigkeit bereits überschritten. Dennoch kämpfte er weiter, bis er am 11. Dezember 1981 gegen Trevor Berbick seinen letzten Profikampf bestritt. Der einst so brillante Athlet war nur noch ein Schatten seiner selbst, doch seine Grösse als Persönlichkeit blieb unantastbar.
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts ehrte das Internationale Olympische Komitee Muhammad Ali auf besondere Weise: Nicht als besten Boxer, sondern als den bedeutendsten Athleten des 20. Jahrhunderts. Diese Auszeichnung unterstreicht die aussergewöhnliche Stellung, die er im Weltsport einnimmt.
Als die Nachricht von seinem Tod am 3. Juni 2016 um die Welt ging, war die Trauer riesig. Obwohl bekannt war, dass Ali gesundheitlich schwer angeschlagen war, traf der Verlust Millionen von Menschen tief. Mit Muhammad Ali verlor die Welt nicht nur einen grossen Champion, sondern eine einzigartige Persönlichkeit, die Generationen inspirierte.
Zehn Jahre nach seinem Tod lebt sein Vermächtnis weiter.
Ruhe in Frieden, Champ.


