Art of Boxing vs. Schweiz – Teil 3 Hessen entscheidet dritten Staffelkampf gegen die Schweiz knapp für sich

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22.06.2026 14:40 Uhr
Michael Niederjohann / JS

Der dritte internationale Staffelkampf zwischen Art of Boxing Frankfurt und einer Auswahl von zehn Schweizer Vereinen bot den Zuschauern am vergangenen Wochenende alles, was den Amateurboxsport auszeichnet: spannende Duelle, hochklassige Leistungen, hitzige Atmosphäre und jede Menge Leidenschaft. Nach 13 Kämpfen setzte sich die hessische Auswahl von Art of Boxing denkbar knapp mit 7:6 Siegen gegen die Schweizer Delegation durch und sicherte sich damit den zweiten Erfolg in der Geschichte dieses besonderen Vergleichskampfes.

Ursprünglich waren 17 Kämpfe geplant. Dass am Ende „nur“ 13 Begegnungen zustande kamen, sorgte bei den erfahrenen Boxsportlern allerdings kaum für Verwunderung. Kurzfristige Absagen und Änderungen gehören im Amateurboxen mittlerweile fast schon genauso zum Programm wie Ringrichter und Ringglocke.

Eine zusätzliche Herausforderung wartete auf alle Beteiligten in Form der sommerlichen Temperaturen. Bei rund 35 Grad Aussentemperatur verwandelte sich das Gym von Art of Boxing zeitweise in eine regelrechte Sauna. Die Athleten lieferten dennoch bemerkenswerte Leistungen ab und zeigten Boxsport auf hohem Niveau.

Bereits der erste Kampf des Tages setzte den Ton für den weiteren Verlauf. Moustapha Wade vom Kampfsportzentrum Winterthur wirkte zu Beginn gegen Robin Friedrich noch etwas nervös, fand jedoch mit jeder Runde besser in den Kampf. Er hörte konsequent auf die Anweisungen seiner Ecke, steigerte sich kontinuierlich und sicherte sich schliesslich einen verdienten Punktsieg.

Einen besonders starken Auftritt zeigte auch Afshin Hamu vom Box Center Glattbrugg. Gegen Giuseppe Mirabello bestimmte er das Geschehen nahezu über die gesamte Distanz und dominierte seinen Gegner klar mit sauberem und technisch hochwertigem Boxen.

Spannend wurde es beim erneuten Aufeinandertreffen von Jona Bättig vom Boxclub Root und Yakiv Nikitin. Nachdem Bättig das erste Duell im November 2025 der beiden noch klar für sich hatte entscheiden können, gelang Nikitin diesmal die Revanche. Der Schweizer wirkte über weite Strecken verkrampft, fand nur schwer zu seinem Rhythmus und brachte insgesamt zu wenig eigene Aktionen, um die Punktrichter auf seine Seite zu ziehen.

Zu den herausragenden Leistungen des Abends gehörte ohne Zweifel der Auftritt von Marsel Fazlic. Gegen Oskar Gieniusz, die aktuelle Nummer zwei Deutschlands, zeigte Fazlic eine taktisch äusserst disziplinierte Vorstellung. Mit immer wieder eingestreuten „Nadelstichen“ zum Körper sammelte er früh wichtige Punkte und setzte die Anweisungen seines Trainers Gabriel Vitre Diaz konsequent um. Über die gesamte Kampfzeit blieb er konzentriert und belohnte sich am Ende mit einem verdienten Sieg gegen einen der stärksten Gegner des Abends.

Für eines der spektakulärsten Ergebnisse sorgte Stéphane Rollier. Gegen den als „Hard Hitter“ bekannten Elly Wölfinger entwickelte sich zunächst ein intensiver Schlagabtausch. Mit zunehmender Kampfdauer übernahm Rollier jedoch immer mehr die Kontrolle. In der dritten Runde setzte er seinen Gegner mit mehreren harten Schlagserien massiv unter Druck und zwang ihn schliesslich zur Aufgabe – einer der beeindruckendsten Momente des gesamten Kampftages.

Den Schlusspunkt setzte schliesslich ein Kampf, auf den viele Zuschauer besonders gespannt gewartet hatten. Timur Ibryam, der früher in Ungarn boxte und inzwischen für Olympic Boxing New Generation in der Schweiz startet, traf auf den Frankfurter Lokalmatadoren Berdan Ocak. Ibryam demonstrierte über weite Strecken sein grosses boxerisches Können, agierte technisch stark und selbstbewusst. Zeitweise wirkte er jedoch fast etwas zu selbstsicher und verspielt. Die Punktrichter sahen den Kampf letztlich mit 2:1 Stimmen zugunsten von Ocak, der damit den umjubelten Schlusspunkt für die Gastgeber setzte.

Neben dem sportlichen Geschehen verdiente auch die Organisation grosses Lob. Das Team von Art of Boxing sorgte für einen reibungslosen Ablauf und schuf trotz der extremen Temperaturen beste Bedingungen für Athleten und Zuschauer. Auch das leibliche Wohl kam nicht zu kurz. Besonders hervorzuheben ist dabei das mittlerweile legendäre Schaschlik von Valentin Tchepenko. Wer ein Boxmeeting bei Art of Boxing besucht und dieses nicht probiert hat, hat definitiv etwas verpasst.

Die Veranstalter Michael Niederjohann vom Boxclub Root, Valentin Tchepenko und Pascal Stern zeigten sich nach dem gelungenen Vergleichskampf entsprechend zufrieden. Nach hochklassigen Kämpfen, einer grossartigen Atmosphäre und einem denkbar knappen Ausgang richten sich die Blicke bereits nach vorne. Die Gespräche über eine vierte Austragung laufen bereits – sehr zur Freude aller Beteiligten.

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